Freiwillige Feuerwehr Groß Godems

Historie

Auszug aus der umfangreichen Chronik

Die Häuser waren überwiegend mit Rohr (Ries) oder Stroh eingedeckt. Deshalb waren Brände stets mit großen Schäden und viel Elend verbunden.
Es kam vor, das ganze Dörfer niederbrannten. Deshalb gab es Reglements, Verordnungen und Feuerschauen.

In der Brandschutzordnung von 1759 heißt es:
Wer nicht zwei Mal im Jahr den Schornstein kehren lässt, wird bestraft!

Im Jahre 1669 gab es einen großen Moorbrand im Bereich Stolpe, Blievenstorf, Muchow. Dieser wurde wahrscheinlich angezündet, um an Dünger zu gelangen.

Im Jahre 1785 finden wir die Eintragung von Groß Godems in die Brand- und Assekuranzgesellschaft, eine der ersten Feuerversicherungen.

Das genaue Gründungsdatum, der Bau des Spritzenhauses und die Anschaffung der Handdruckspritze ist nicht bekannt, wahrscheinlich zwischen 1895 und 1908.
Aus diesen Jahren und weiter bis 1945 gibt es fast keine Aufzeichnungen und Dokumente.

Gesprächsprotokoll zur Gründung der Feuerwehr Groß Godems:

Am 17.05.1999 führten der Bürgermeister der Gemeinde Groß Godems, Herr Grützmacher und der Wehrführer Herr Rohde ein Gespräch mit Herrn August Wulff über die Feuerwehr Groß Godems.
Herr Wulff wurde am 01.03.1902 in Groß Godems geboren. Solange er sich erinnern konnte, gab es in Groß Godems das feuerwehrgerätehaus mit Handdruckspritze. Die erste Motorspritze wurde 1944 bereit gestellt, diese wurde 1945 durch die Rote Armee eingezogen. Der Vater von Herrn Wulff war im die Jahrhundertwende Brandmeister (Wehrführer).

Herr Wulff kann sich genau erinnern, dass im Jahre 1909 die Schule brannte. Die Löscharbeiten wurden durch die Feuerwehr Groß Godems mit der Handdruckspritze und den dazu gehörigen einachsigen Wasserwagen durchgeführt.

Nach dem Brand der Schule wurde der Unterricht in der Gaststätte durchgeführt.

Da keine früheren Belege für die Gründung der Feuerwehr vorliegen, wird das Jahr 1909 als Gründungsjahr der Feuerwehr Groß Godems angenommen.

(im Original gezeichnet: Rohde (Wehrführer)

Weitere geschichtliche Entwicklung

Die Handdruckspritze war bis 1958 das bewährte Hilfsmittel der Feuerwehr. Die Alarmierung erfolge über die Kirchenglocken, die Sturmglocke (sehr schnelle Bewegung). Ab 1957 mittels Melder mit Martinshorn (Tremolofanfare) sowie Kirchenglocken.
Die Großbauern spannten die Pferde vor die Spritze, die Halbbauern führten die einachsigen Wasserwagen. Die Füllung erfolgte beim Fahren durch den Dorfteich und mit Eimern .

Bei Bränden waren alle männlichen Einwohner ab 18 Jahren verpflichtet, sich an der Brandbekämpfung zu beteiligen.
Die Arbeit der Feuerwehr betraf hauptsächlich die Bekämpfung von Bränden.

Nach dem Zusammenbruch 1945 gab es einen neuen Anfang.

Ab 1947 wurde Walter Münzel Wehrführer. Stellvertreter war Paul Brümmer und ab ca. 1950 Hugo Hecht.
Um 1950 gab es ca. sechs Neuaufnahmen.
Wahrscheinlich wurde das Spritzenhaus in den Jahren 1945/1946 auch als Arrestzelle genutzt. Darauf wies folgendes Schild am Ortseingang aus Richtung Parchim hin.

Bereits Anfang der 60er Jahre wurden der FFw Aufgaben zur Kontrolle im vorbeugenden Brandschutz übertragen. Die Kontrollen wurden zuerst in Wohnstätten durchgeführt.

Ab ca. 1978 wurden in der DDR Brandschutzeinheiten gebildet. Diese sind vergleichbar mit dem heutigen Katastrophenschutz.

DIE WENDE

Mit der Wende folge ab 1990 ein Umdenken in der Arbeit der Feuerwehr. Die Aufgaben der Brandbekämpfung und technischer Hilfeleistung waren die gleichen, wir mussten uns aber der Form der Organisation des Brandschutzes der alten Bundesländer anpassen. Das erforderte ein anderes Herangehen an die Arbeit; es galt, neue Strukturen aufzubauen.
Sowohl in der Gemeinde als auch im Kreis wurden neue Statuten für die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr erarbeitet.
Ab dem 01.01.1991 nahm auch die Feuerwehrunfallkasse die Arbeit auf.

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